Abschlusstagung für das Projekt: Qualifizierung in der Altenpflege
«Abschlusstagung für das Projekt: Qualifizierung in der Altenpflege – „Carl-Blum-Haus“/Propstei Kaliningrad»
Am Donnerstag, den 22.10.2009, fand die Abschlusskonferenz einer Schulung für Altenpflege in der der Auferstehungskirche in Kaliningrad statt. Es war ein Kooperationsprojekt der Propstei Kaliningrad mit der Diakonie Neuendettelsau, das von der Stifung EVZ (Erinnerung, Verantwortung und Zukunft) und der Diakonischen Schwestern- und Brüderschaft Neuendettelsau gefördert wurde.
Zur Propstei gehören ca. 2500 Mitglieder in 42 Gemeinden mit insgesamt acht Pastoren. Städtische Zentren sind Kaliningrad, Gussew, Tschernjachowsk und Slawsk.
Die Propstei ist Teil der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Europäischen Russland (EKLER). Schwerpunkt unserer Arbeit ist, neben der Verkündigung, die Diakonie. So gibt es ein Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche („Jablonka“) und ein Altenpflegeheim mit 24 Plätzen, das „Carl-Blum-Haus“.
Propst Jochen Löber eröffnete die Konferenz mit einen Grußwort.
„Die Evangelisch-lutherische Kirche hilft in ihren diakonischen Einrichtungen Menschen in Würde ihr eigenes Leben zu leben, in jedem Alter und in jeder Lebenslage. Dazu zählt insbesondere auch die Arbeit mit alten Menschen. Viele von ihnen müssen mit einer sehr kleinen Rente, der Minimalrente (umgerechnet 60 Euro im Monat), auskommen. Davon kann man in der Regel nur dann leben, solange die Familie hilft. Die Propstei Kaliningrad möchte mit dem Altenheim „Carl-Blum-Haus“ ein Zeichen setzen, auf die Situation der Alten hinweisen und ein Beispiel geben für ein würdevolles Leben und Wohnen im Alter.
Das Carl-Blum-Haus wurde am 10. Juni 2006 eingeweiht. Die ersten Bewohner sind am 1. Januar 2007 eingezogen. Im Oktober 2006 wurden als Helferinnen und Beraterinnen zwei Frauen aus der Diakonie Neuendettelsau in Deutschland zu uns geschickt, Frau Walter und Frau Nikitenko. Die Qualifikationsschulung dauerte 4 Wochen. Das bedeutete, die Pflegekräfte für unser Haus wurden, bevor die ersten Menschen das Haus bezogen, auf ihren diakonischen Dienst vorbereitet. Danach wurde mit Unterstützung der Stiftung „EVZ“ – Erinnerung, Verantwortung und Zukunft – ein Projekt für 2 Jahre geplant, für den Zeitraum von Januar 2007 bis Dezember 2009. Zwischenzeitlich haben vier Seminare stattgefunden. Jedes Seminar dauerte zwei Wochen."
An den Seminaren haben nicht nur die Mitarbeiter des Carl-Blum-Hauses teilgenommen, sondern auch Mitglieder aus der Gemeinde Tschernjachowsk, um das nötige Wissen für ihre zukünftige diakonische Arbeit in der Gemeinde zu erhalten. Die Teilnehmer kamen aus verschiedenen Konfessionen und Arbeitsbereichen, wie z.B. aus Krankenhäusern und Universitäten. Vertreter des Internats aus Pionersk haben sich beteiligt und sich schulen lassen, außerdem „Die Kiefernheide“, ein Arzt, medizinische Mitarbeiter und Vertreter aus der Gemeinde Kaliningrad.
Im Laufe des Projekts wurden folgende Themen behandelt:
Kranken- und Altenpflege, Insult, das Bobat-Konzept, Zuckerkrankheit, Kinästhetik, Aktivierung, Profilaxe, Kommunikation, Biografiearbeit und Sterbebegleitung.
Die Seminare sind gut verlaufen. Die Teilnehmer waren interessiert und die Stimmung war angenehm. 18 Personen haben an einer Abschlussprüfung teilgenommen, erfolgreich bestanden und eine Teilnahmebescheinigung erhalten.
Ziel der Abschlusskonferenz war es, über die Projektergebnisse, insbesondere die ausgearbeiteten Schulungsmodule und die Förderung der Vernetzung, zu berichten.
Die Tagung war gut besucht, alle Anwesenden waren sehr interessiert. Es herrschte eine rege Beteiligung an der Thematik, es wurden viele Fragen gestellt und besprochen sowie mit vielen Anmerkungen und Vorschlägen zu den verschiedenen Themen beigetragen.
Nathalie Kölsch

- Fr. Kuppe, Fr. Hrbatschek, Fr. Nikitenko berichten über ihre Arbeit. - Dr. Marosov während seines Votrages.

- Mitarbeiter des Carl-Blum-Hauses erläutern die erlernten Pflegemodule (z.B. das Messen von Blutzucker).

- Begrüßung von Propst Löber mit Dolmetscherin Elena Strugova. - Publikum während der Konferenz.




